Chinchillas aus Dortmund
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Zuchtmethoden

 

Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Methoden entwickelt, die zum Teil sehr erfolgreich praktiziert und auch heute noch angewendet werden:


Inzucht:
Die Verpaarung von sehr nah verwandten Tieren.(Vater-Tochter, Bruder-Schwester, etc.) Die Methode wird praktiziert, um Rassemerkmale herauszuzüchten und genetisch zu festigen. Inzucht ist nicht die Ursache für Krankheiten, Missbildungen usw. Inzucht führt einfach dazu, dass Erbschäden schon in früheren Generationen sichtbar werden. Was allerdings fast immer bei konsequenter Inzucht über mehrere Generationen einsetzt, sind Inzuchtdepressionen. (Unfruchtbarkeit, Kleinwuchs, grössere Anfälligkeit gegen Krankheiten)

Inzucht ist nur für Züchter, die ihre Tiere auf genetische Defekte testen lassen, bevor sie züchten, die umfassende Kenntnisse in Genetik besitzen und die über die verschiedenen Zuchttechniken sehr genau Bescheid wissen.


Linienzucht:
Die  am häufigsten angewendete Methode.
Mit ihr wurden wohl bisher die besten Erfolge erzielt. In der Linienzucht erreicht man, dass genetische Fehler aufgedeckt und gute Eigenschaften gefestigt werden können. Durch Linienzucht entstehen niemals Krankheiten oder Gendefekte, sondern sie werden so zu Tage gebracht. Bei konsequenter Linienzucht dauert es ca. 8 Generationen, bis alle genetischen Abweichungen aufgedeckt und selektiert wurden. Danach hat man eine genetisch gesunde und gefestigte Linie. Mit jeder Generation wird die Zucht konstanter und vorhersehbarer, was bei der reinerbigen Zucht von großer Bedeutung ist. Bei dieser Art der Zucht behält man nur die besten Tiere zur Weiterzucht. So lassen sich schnell gewünschte Merkmale festigen und vertiefen.
Wichtig und sinnvoll ist es den Inzuchtgrad seiner Linienzucht zu kennen. Der Inzuchtgrad ist die Wahrscheinlichkeit, mit der sich gewisse Gene treffen werden. Die Chance ein bestimmtes Gen von Vater oder Mutter zu bekommen, ist gleich groß mit 50% , die Wahrscheinlichkeit aber, ein Gen von den davor liegenden Generationen zu bekommen, verringert sich mit zunehmenden Generationen. Ein Inzuchtgrad von 25% bringt sehr gute Ergebnisse und vereinheitlicht das Zuchtziel.


Outcrossing:
Die Einkreuzung fremdblütiger Tiere. Der Nachteil ist, dass genetische Fehler lange versteckt bleiben und so auch in andere Zuchten weiter getragen werden. Es gibt aber auch Züchter, die davon überzeugt sind, so die genetische Vielfalt zu erhalten.


Auswahlzucht:
Nicht verwandte Tiere, nach Ähnlichkeit ausgewählt und verpaart. Vor- und Nachteile wie bei der Outcrossing Methode.
Fremdverpaarungen sind immer spannend. Sie können solche oder solche Ergebnisse erzielen und die Zucht erheblich beeinträchtigen oder bereichern. Man sollte sich immer bewusst sein, dass jedes Elternteil 50% der Erbanlagen an die Jungtiere weitergibt. Da jeder Züchter fremde Gene benötigt, sollen sie langsam und bedacht in die eigene Zucht eingeführt werden.

 

Inzuchtgrad:

Wird in Prozent berechnet und gibt den Grad der Inzucht an. Gute Stammbaumprogramme berechnen einen solchen Faktor. Übersteigt der Inzuchtfaktor 15% sollte man keine Inzucht betreiben. Die Formel zur Errechnung des Inzuchtfaktors (oder Inzuchtkoeffizienten) lautet für jeden einzelnen gemeinsamen Ahnen:
0,5 hoch n1 + n2 + 1

Wobei n1 die Anzahl Generationen vom Vater zum gemeinsamen Vorfahren ist, und n2 die Anzahl Generationen von der Mutter zum gemeinsamen Vorfahren.

 

Verpaarung 
Inzuchtkoeffizient %
Elternteil X Kind
25,00%
Vollgeschwister
25,00%
Halbgeschwister
12,50%
Onkel X Nichte, Tante X Neffe
12,50%
Großelternteil X Enkelkind
12,50%
Zweifache Cousins ersten Grades
12,50%
4-fache Halbcousins ersten Grades
12,50%
3-fache Halbcousins ersten Grades
9,38%
1-fache Cousins ersten Grades
6,25%
2-facher Cousin ersten Grades X Cousin zweiten Grades
6,25%
2-facher Halb-Cousins ersten Grades
6,25%
1-facher Cousin ersten Grades X Cousin zweiten Grades
3,13%
2-fache Cousins zweiten Grades
3,13%
1-fache Halb-Cousins ersten Grades
3,13%
1-fache Cousins zweiten Grades
1,56%